Die Gesamtsituation auf dem Schulhof der Gartenschule war über lange Jahre höchst unbefriedigend. Bedingt durch überwiegende Versiegelung und schulfrende Nutzung als Feuerwehr- und Anlieferungsstraße, für Müll- und Gerätecontainer etc. war der Nutzen für die Schüler sehr stark eingeschränkt.
Dieser Zustand war mit dem Anspruch der Montessori-Pädagogik nicht vereinbar. Schulleitung, Kollegium, Eltern und die Kinder waren also aufgerufen, die Situation grundlegend zu ändern.
Die Verlegung der Hofeinfahrt reduziert die Trassen für Feuerwehr und Anlieferung auf das notwendige Minimum, Mülldepot und Gerätecontainer werden vom Schulhof abgekoppelt bzw. abgeschirmt. So werden die Voraussetzungen für einen großzügigen und zusammenhängenden Erlebnis- und Pädagogikhof geschaffen.
Spielen, Bewegen, Lernen in 3 Dimensionen, Kommunikation und Konzentration, Forum und Rückzugsbereiche sind die Komponenten des neuen Schulhofkonzepts.
Eine Kletterspinne und ein Vulkankegel auf der Basis von zwei gegenläufigen Spiralen, Hoch- und Tiefdruckgebieten gleichend, entsiegelte Hofflächen, kleine Sitzlogen im Gebüsch sind die Elemente der Umsetzung. Unser Sonnensystem mit der Sonne und den Umlaufbahnen der Planeten von Merkur bis Pluto, das Band der Weltgeschichte und das 20er-Feld sind Bausteine aus der Umsetzung der Montessori-Pädagogik an der Gartenschule: Der Hof wird zum Klassenzimmer.
Der überwiegende Teil der Leistung wurde vom Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe im Rahmen eines Beteiligungsprojektes erbracht. Das Engagement der Stadt hatte die Beteiligung von Schulleitung, Kollegium, Eltern und Kindern bei der Ausführung und Sponsorengewinnung zur Voraussetzung. Das zu stopfende Loch hatte immerhin eine Tiefe von ca. 17.000 €.
Am Entre zum Hof, dem Warte- und Abholbereich für Eltern - der Sponsorenmauer - sind Spendertafeln montiert. Spendentafeln sind an eine gewisse Spendenhöhe gebunden.
Die Umgestaltung des Hofs hatte ein festes Ziel. Im Rahmen der 125-Jahr-Feier der Gartenschule am 17. und 18. Oktober 2009 wurden der neuen Schulhof eingeweiht. In den Pfingstferien beginnend, wurde der größte Teil der Arbeiten in den Sommerferien 2008 ausgeführt. In Projektwochen bzw. -wochenenden wurden dabei die Arbeiten der Firmen und städtischen Betriebe durch Eltern und Schüler unterstützt.